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Theorien des Alterns



Vorsorgeuntersuchungen                                     Seite 5 von 5

Vorsorgeuntersuchungen dienen der Vorbeugung von Krankheiten. Durch spezielle Untersuchungsmethoden können Krankheiten entdeckt werden, bevor sie nach außen sichtbare Symptome erkennen lassen. Obwohl die meisten dieser durchaus wichtigen Untersuchungen vom Tierarzt durchgeführt werden, kann es durchaus sinnvoll sein sich auch zu Hause eine Art Gesundheitskontrolle anzugewöhnen. Am besten, man beginnt damit schon beim gesunden Hund, denn nur so können wir Veränderungen die evtl. durch Krankheiten entstehen auch erkennen. Oft macht uns der tägliche Umgang mit unserem Hund geradezu blind gegenüber Veränderungen, sehen wir unseren Hund doch täglich und übersehen so sich anschleichende Symptome.

Die häusliche Vorsorgeuntersuchung sollte als eine Art „Vorarbeit“ für den Tierarzt sein. Veränderungen die uns auffallen sollten kurz notiert werden, noch besser ist es, eine Art Tagebuch zu führen.
Sinnvoll schon beim jungen Hund ist die regelmäßige Kontrolle von
Körpertemperatur, Atmung, Schleimhautfarbe und Pulsfrequenz. So werden die nötigen Untersuchungs- schritte für den Hund zur Routine und bedeuten dann auch im Alter für ihn keinen unnötigen Stress.

Worauf sollte man besonders achten?

Nimmt der Hund vermehrt Flüssigkeit zu sich?
Übermäßige Flüssigkeitsaufnahme können Anzeichen für Erkrankungen sein z.B. Nierenerkrankungen, Diabetes, Pyometra (Gebärmutterentzündung), Lebererkrankungen etc. Faktoren wie Außentemperaturen, vorwiegende Fütterung mit Trockenfutter oder körperliche Anstrengung sind hierbei natürlich zu berücksichtigen. Von einer übermäßigen Flüssigkeitsaufnahme (Polydipsie) spricht man erst dann, wenn der Hund mehr als 80-100 ml/Kg Körpergewicht an Flüssigkeit über einen längern Zeitraum zu sich nimmt. Um dies zu überprüfen ist es sinnvoll, die aufgenommene Wassermenge in etwa zu bestimmen.
Ein Problem was im Alter gehäufter Auftritt ist, dass die Hunde ein vermindertes Durstgefühl haben und als Folge dessen weniger Flüssigkeit aufnehmen. Die Ursache liegt hier in einer Abnahme der Rezeptoren für Durstgefühl im Gehirn. Die Gefahr einer Dehydration verbunden mit Kreislaufstörungen sind groß, weshalb man unbedingt auch die minimale Aufnahme von Flüssigkeit überprüfen sollte.

Hat der Hund einen normalen Appetit?
Nimmt der Hund weniger Futter zu sich als wir dies von ihm gewohnt sind, kann dies ganz unterschiedliche Ursachen haben. Da alte Hunde sich in der Regel auch weniger körperlich bewegen, sinkt natürlich auch der Bedarf an Energie. Nun gibt es ganz unterschiedliche Hunde mit ganz verschiedenen Fressgewohnheiten. Der eine frisst und frisst und kümmert sich natürlich gar nicht um seinen Energieverbrauch. Der andere war schon immer ein mäkeliger Fresser und man war froh, wenn der Futternapf endlich leer war.
Leidet an Hund plötzlich an Appetitverlust und verweigert die Nahrung, dann spricht man von
Anorexie. Die Gründe sind vielfältig und bedürfen auf jeden Fall der Abklärung durch den Tierarzt.
Möglich ist, dass das Futter für den Hund nicht schmackhaft genug ist. Da bei Hunden der Geruchssinn bei der Aufnahme von Futter ein wichtiger Faktor ist und beim ältern Hund eben dieser langsam nachlässt, kann es schon reichen, wenn man das Futter mit ein wenig Hilfe schmackhafter macht.
Ebenfalls möglich ist, dass der Hund mit Veränderungen in seiner Umgebung nicht zurechtkommt. Da ältere Hunde manchmal viel extremer auf Veränderungen reagieren als die jungen Vertreter, können kleine Störungen schon zu einer Verweigerung der Futteraufnahme führen. Wir werden bei der Ernährung des alten Hund noch ein wenig intensiver auf diesen Bereich eingehen.
Zur Anorexie kann es aber auch kommen, wenn krankhafte Veränderungen vorliegen z.B. schmerzhafte Prozesse im Maul- und Rachenbereich wie Zahnschmerzen, Gelenks- erkrankungen, Nieren- und Lebererkrankungen um nur einige zu nennen.
Wenn der Hund keinen Appetit hat, dann fühlt er sich nicht wohl und den Grund dafür müssen wir finden!
Nicht minder ungewöhnlich ist, wenn der Hund plötzlich geradezu einen Heißhunger an den Tag legt. Auch hier kann es sich um krankhafte Zustände handeln so z.B.
  Diabetes, Störungen im Darmbereich die dazu führen, dass das Futter nicht mehr genügend aufgeschlossen und aufgenommen werden kann. Gerade bei Erkrankungen im Verdauungssystem kann es vorkommen, dass der Hund zwar frisst wie ein Weltmeister, dabei aber trotzdem nicht zunimmt oder gar an Gewicht verliert.

Wie ist das Gewicht des Hundes?
Nimmt der Hund an Gewicht zu, sollte v.a. überprüft werden, ob die Energiezufuhr in Relation zum Energieverbrauch stimmt.  Es gibt aber auch Erkrankungen die dazu führen, dass mehr Fett im Gewebe abgelagert wird und die häufig gerade beim älteren Hund auftreten. Hierzu gehören v.a. Erkrankungen des endokrinen Systems (Hormonsystem) wie Schilddrüsenunterfunktionen, Diabetes oder Cushing-Syndrom.
Eine Gewichtsabnahme ist häufig verbunden mit vermindertem Appetit und deren Ursachen.

Sondert der Hund üble Gerüche ab?
Ältere Hunde leiden häufig unter einem üblen Mundgeruch. Die Ursachen hierfür können im Maulbereich selber liegen z.b. Zahnerkrankungen, aber auch Erkrankungen innerer Organe machen sich durch Geruch aus dem Maul bemerkbar. So riechen manche Hunde unangenehm nach Urin aus dem Maul, wenn eine eingeschränkte Nierenfunktion vorliegt.

Wie ist die Bewegungsfreudigkeit des Hundes?
Sicher ist es normal, dass alte Hunde sich nicht mehr so viel bewegen wie es junge Hunde tun, trotzdem sollte man auch hier bedenken, dass es sich um krankhafte Zustände handeln kann. Nicht nur Erkrankungen des Bewegungsapparates können mögliche Ursache sein, sondern auch Herzerkrankungen die ebenfalls mit einer eingeschränkten Ausdauer und Leistungsfähigkeit einhergehen.

Wie ist der Kot und Urinabsatz?
Veränderungen in der Häufigkeit und Menge und evtl. auftretende Unsauberkeit können Anzeichen von Erkrankungen sein. Alte Hunde leiden häufig unter Verstopfungen, was u.a. auch mit einer nicht altersgerechten Fütterung zu tun hat. Jegliche Veränderungen im Bereich von Kot und Urinabsatz sollte uns zu einem Besuch beim Tierarzt veranlassen, denn die möglichen Ursachen für diese Probleme reichen von Organerkrankungen bis hin zu Störungen im Bewegungsapparat.

Körperliche Kontrollen
Können in die tägliche Pflege mit einbezogen werden. Man achtet v.a. auf
 

Augen

trübes Erscheinungsbild, Ausfluss, Schwellungen, unterschiedliche  Pupillengrößen, Sehvermögen (Umrennen von Gegenständen)
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Augenerkrankungen

 

Ohren

Schmerzempfindlichkeit, Geruch, Schwellungen, Hörvermögen (auf Geräusche wird nicht mehr reagiert, leichtes Erschrecken)
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Ohrenerkrankungen

 

Fell

Haarausfall, Fellbeschaffenheit, Geruch
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hormonelle Erkrankungen, Organerkranungen

 

Haut

Verletzungen, wunde Stellen, Liegeschwielen, Warzen, knotige Veränderungen, Juckreiz
anigray03_skew_next.gif hormonelle Erkrankungen, Organerkranungen, Tumore

 

Anal - und Genitalorgane

Ausfluss, Veränderungen jeglicher Art, Verschmutzungen, Blutungen
anigray03_skew_next.gif Organerkranungen, Tumore

 

Tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen
 

Vorsorgeuntersuchungen durch den Tierarzt sind unbedingt in Anspruch zu nehmen. Wie häufig diese stattfinden sollten ist abhängig davon, wie alt das Tier ist und ob bereits Erkrankungen vorliegen.
Ist der Hund gesund empfiehlt sich eine Vorsorgeuntersuchung ab dem 6. bis 7. Lebensjahr in jährlich, oder besser noch halbjährlichen Abständen.

Leidet der Hund evtl. schon unter bestimmten Erkrankungen, dann erfolgen Kontroll- untersuchungen natürlich in sehr viel kürzeren Abständen.
Die eben aufgeführten Notizen vom Hundehalter helfen dem Tierarzt natürlich sehr viel weiter und auch uns passiert es dann nicht, dass wir irgendwas wichtiges vergessen haben.
Zuerst folgt meist eine genaue Befragung seitens des Tierarztes über den Grund des Besuches. Er sollte sich informieren über evtl. Krankheitsanzeichen, Veränderungen im Verhalten oder der Bewegungsfreude, des Körpergewichtes oder sonstigen Symptome die Hinweis auf eine Erkrankung geben.

Darauf folgt die körperliche Untersuchung:

   
-   Äußerliches Erscheinungsbild wie Körperhaltung, Ernährungszustand, Fell-         beschaffenheit, Veränderungen an Haut und Haarkleid

   -   Untersuchung des Flüssigkeitshaushaltes u.a. durch Hautfaltentest, aber auch          durch Blutuntersuchungen

   -   Schleimhautbeschaffenheit, hier können Veränderungen in Farbe und Feuchtigkeit         Hinweise darüber geben, ob die Sauerstoffversorgung ausreichend ist,         Entzündungen vorliegen oder bei Gelbfärbung eine Lebererkrankung vorliegen         könnten.

   - Abtasten der Lymphknoten, vergrößerte Lymphknoten können Hinweise auf         Infektionskrankheiten sein, aber auch auf ein tumoröses Geschehen hindeuten.

   - Überprüfung von Herz und Kreislauf durch Pulsmessungen und ggf.         Blutdruckmessungen, Abhören und evtl. EKG, Röntgen oder         Ultraschalluntersuchungen

   -   Überprüfung des Atmungsapparates v.a. Atemfrequenz

   -   Begutachtung der Mundhöhle v.a. der Mundschleimhaut und Zähne

   -   Abtasten des gesamten Körpers auf Schmerzhaftigkeit, Umfangsvermehrung (Leber,         Milz, Niere, Darm) Bei Hündinnen zusätzlich Gebärmutter, beim Rüden die Hoden         und Prostata

   -   Überprüfung des Nervensystems v.a. Reflexe, Bewusstsein und Sinnesorgane

   -   Blut- und Urinuntersuchungen evtl. Kot

   -   
EKG, Röntgen, Ultraschall etc. wenn nötig


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