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Dakinis "Kreuz" mit dem Kreuzbandriss - von Sylvia Martini
Am
Montagmorgen, den 07.04.2003, ist es passiert... ...ich
war mit einer Bekannten, ihren beiden Settern und meiner
Tibet-Terrier Hündin Dakini, damals 5 Jahre alt, spazieren. Mitten
auf einer großen Wiese, nach einem flotten Spurt hinter den
anderen Hunden her, blieb sie abrupt stehen, ohne auch nur einen Ton
von sich zu geben. Sie stand wie ein Fels, schaute nach mir und zog
das rechte Hinterbein hoch. Alles rufen und locken war vergebens. Sie
stand auf drei Beinen, rühre sich nicht ein bisschen und sah
mich nur an. Was war passiert? Ich
rannte hin, tastete den Fuß, das Knie, die Hüfte ab,
streckte und beugte das Bein, ohne ihr auch nur einen kleinen
Schmerzenslaut zu entlocken. Na, das kann wohl nicht so schlimm sein,
wie es im ersten Moment aussah, dachte ich, vielleicht hat sie sich
nur den Fuß vertreten, es wird wohl gleich wieder gehen und
massierte noch ein bisschen das Bein. Doch es half nichts. Dakini
stand wie angewurzelt und selbst angeleint konnte ich sie zu keinem
Schritt bewegen. Was
tun? Klar,
den Hund tragen. Leichter gesagt als getan – 12 Kilo werden nach
einigen Metern unsäglich schwer und trotz mehrerer Versuche, war
Dakini nicht dazu zu bringen, selbst zu laufen. Für
mich war dies ein Zeichen, dass sie doch sehr große Schmerzen
hat und es nur nicht zeigt. Na, lange Rede –kurzer Sinn, nach
einigen Schwierigkeiten hat und dann ein Bekannter mit dem Auto
heimgebracht.
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Zu
Hause habe ich nochmals dieselbe Untersuchungsprozedur vorgenommen
und ihr nach Rücksprache mit einer Freundin Traumeel und den
nächsten Tagen noch Zeel gegeben. Nun
lief sie wieder, jedoch konstant auf drei Beinen mit hochgezogenem
vierten Bein. Als sich auch am 3. Tag nach dem Vorfall überhaupt
keine Besserung zeigte, nahm ich den Besuch bei meinem Tierarzt in
Angriff. Doch wie es manchmal so ist, ein Unglück kommt selten
allein und so nahm das Unheil
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 Nach der OP mit dicken Verband und kahlrasiertem Bein
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seinen Lauf!!! Denn leider hörte
ich bei meinem Anruf, mein Tierarzt sei im Urlaub! Na gut, dann ein
anderer – jetzt drängt es! Hier
bekam Dakini nach einer intensiven und sicher schmerzhaften
Untersuchung mit Strecken, Beugen und Ziehen des Beines erst einmal 2
Spritzen (eine entzündungshemmende und eine schmerzstillend). Da
kam mir eigentlich das erste Mal der Verdacht, dass sie unheimlich
tapfer ist und sich keinen Schmerz anmerken lässt – sie zuckte
nicht, knurrte nicht, sondern benahm sich wie ein Lämmchen auf
der Schlachtbank. Deshalb hat wohl jeder, ich ja am Anfang auch,
gedacht: soooo schlimm kann es ja nicht sein! Am
nächsten Tag sollte ich mich telefonisch melden, Es war
überhaupt keine Besserung eingetreten und bei meinem Anruf
erfuhr ich, dass er kein Röntgengerät hat, allerdings den
Verdacht auf Kreuzbandriss und er verwies mich an die Giessener
Vet.-Klinik. Nun wurde mir doch ganz schön mulmig. Hier wurde
mir bei meinem Telefonat jedoch gleich mitgeteilt, dass sie völlig
überlastet sind d.h. eine eventuelle OP sofort nicht möglich
sein und dann noch Ostern vor der Tür usw.
Sie
empfahlen mir jedoch eine Privatklinik im Umkreis.
Der
Termin war schnell gemacht, allerdings arbeiteten sie auch hier nur
mit halber Kraft – Urlaub, Ostern etc. – Wie gehabt wurde Hüfte,
Knie untersucht, gedreht, gewendet, gebeugt, gestreckt, gezogen,
gedrückt und geröntgt. Es tat mir in der Seele weh und ich
habe mehrfach gesagt: Sie zeigt keinen Schmerz! Aber der Arzt meinte,
wenn`s ihr weh tut, wehrt sie sich! Sie sagte keinen Ton und wehrte
sich nicht! Wie
gehabt bekam Dakini schnell die berühmt-berüchtigten 2
Spritzen – ein Kreuzbandriss läge NICHT vor, da kein
„Schubladeneffekt“ vorhanden sei. Für den nächsten Tag
wurde ich wieder bestellt und als ich ins Sprechzimmer kam meinte der
Arzt, es sei doch schon viel besser!
Hoppla,
mein Hund hüpfte auf drei Beinen und hatte inzwischen seit 2
Wochen das 4 nicht mehr aufgesetzt!!!
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 Häufchen machen mit dicken Verband - nicht einfach, aber geht
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Also
nochmals die 2 obligatorischen Spritzen und zusätzlich noch
Tabletten (hier weiß ich nicht was es war, ich bekam sie lose). Nun
müsste es bald O.K. sein, etwas ernstes ist es ja nicht! Nichts
wurde besser, sie humpelte dreibeinig vor sich hin. Nun
hatte ich die Faxen dicke – mein Tierarzt war aus dem Urlaub zurück
und ich fuhr sofort hin. Schnell noch die Röntgenbilder aus der
Privatklinik holen und los.
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Nach
der Untersuchung (mein armer, armer Hund, zum x-ten Male wurde
gedrückt...) meinte mein Tierarzt, es könnte schon ein
Kreuzbandriss sein, allerdings sei auf dem Röntgenbild eine
Verdichtung der Wirbelsäule zu sehen und das Knie sei ja wohl
gar nicht geröntgt worden? Die Bilder seien auch recht schlecht.
Also auf ein Neues. Bilder von der Wirbelsäule und dem Knie.
Neue Diagnose: Wirbelsäule o.k. (Gott sei Dank), aber eine OP
ist unumgänglich, da KREUZBANDRISS!!! Bis
zur OP bekam sie nun täglich Metacam ins Futter und am Montag,
den 12.05.03 um 11 Uhr (5 Wochen nachdem es passierte!!!) wurde
Dakini endlich operiert (Ich verkneife mir einen Kommentar zu den
vorangegangenen Geschehnissen).
Drei
Tierärzte standen bereit, als ich meinen Hund in die Narkose
streichelte. Nach 2 Stunden war es geschafft. Das
Kreuzband und der Meniskus waren gerissen. Die Reste waren entfernt
worden und aus einer entnommenen Muskelfacette war ein Streifen als
Band eingesetzt worden. Als
ich meine Maus um 13 Uhr abgeholt habe, sah sie mich nur mal kurz an
und war wieder weg. Für eine Woche bekam ich Antibiotika mit,
sowie Schmerzmittel. Für den Rest diesen aufregenden Tages
schlief sie mehr oder weniger, zugedeckt auf ihrem dicken Kissen und
war dann gegen 20 Uhr wieder ganz fit. Am
nächsten Tag erwartete mein Tierarzt meinen Bericht und war sehr
zufrieden.
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Fünf
Tage später wurde der dicke, feste Verband gewechselt. Ich war
erstaunt über den großen Schnitt, aber er sah gut aus.
Auch weiterhin durfte Dakini nur im Feld aus dem Auto, Pipi und
Häufchen machen, rein ins Auto, nach Hause fahren. Nach
weiteren 6 Tagen wurden die Fäden gezogen und der Verband blieb
ab. Nun
sollte sie laufen wie sie wollte...humpeln oder auftreten, aber nur
an kurzer Leine und auch weiterhin nur kurz auf die Wiese – keine
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 Wohlig auf der Couch auf dem Rücken liegen geht auch
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Hundekontakte o.ä., weshalb sie sich in die Leine stemmen
könnte. Rekonvaleszenzzeit
3 MONATE!!!!
3
Wochen nach der OP setzte Dakini nach Meinung meines Tierarztes das
Bein sogar schon wieder zuviel auf – sie lief fast normal! Nun
durfte der Spaziergang wöchentlich um 5 Minuten gesteigert
werden und die sollte möglichst täglich 10 Minuten am Stück
schwimmen. Nur Hundebegegnungen und Spiele waren weiterhin strikt
verboten. 2003
hatten wir nun gerade den Super-Sommer und wasserscheu war Dakini
auch nicht, also auf zum See! Aber
wie sollte ich meinen Hund zum ausdauernden Schwimmen bringen – sie
ist ja kein Labrador! Rein ins Wasser, Bällchen holen, raus aus
dem Wasser usw, das war ihr Motto. Doch dann hatte ich eine Idee!!! Erst
mal nahm ich Dakini an die Flexi-Leine, dann ging ICH soweit ins
Wasser, das SIE nicht mehr stehen konnte und warf dann den Ball. Sie
schwamm hin, holte das Spielzeug und wollte damit natürlich
sofort an Land. Nun zog ich sie sachte mit der Flexi in meine
Richtung, ließ mir Schwimmenderweise den Ball geben, führte
sie per Leine um mich herum usw.... Langsam
steigerten wir unser Training bis die 10 Minuten erreicht waren und
bald konnte sie auch unangeleint schwimmen, als sie verstanden hatte,
wie und was ich erwartete. 2
Monate nach der OP war mein Tierarzt höchst zufrieden, obwohl
die Muskulatur noch nicht ganz wieder voll da war. Also musste sie
weiterhin viel schwimmen, manchmal 2 mal am Tag, wie ich mir Zeit
nehmen konnte. Hundespiele
waren weiterhin strikt verboten. Es
dauerte auch noch eine Weile, bis ich den Mut hatte, sie wieder mit
anderen Hunden rennen zu lassen – ich meine, das war erst ca. 6
Monate nach der OP.
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 Dakini ohne Verband und leicht missgestaltet, da wenig Fell
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Dakini
hat bisher nie wieder irgendwelche Beschwerden an diesem Bein gehabt
und ich bin heilfroh, dass letztendlich mein Tierarzt sie operiert
hat, auch wenn er (für Dakini und mich) ein bisschen zu lange im
Urlaub war!
Und
trotz aller Unannehmlichkeiten und Schmerzen, für Dakini hatte
diese Kreuzband-OP doch noch was Gutes für sich.
Denn
im Alter von ca. 1 Jahr hatte sich Dakini, beim Spielen mit einem
großen
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Dobermann, eine Patella-Luxation hinten links zugezogen,
die ihr schon zeitweise große Beschwerden machte. Dann hickelte
sie sehr oft und langanhaltend, doch so schlimm, dass es operiert
werden musste, war es noch nicht. Aber
durch die lange Schonung des rechten Beines und dementsprechender
Belastung des linken – wodurch der Muskelaufbau links unterstützt
wurde – haben sich die Beschwerden derart gebessert d.h. bestehen
bis heute überhaupt nicht mehr, dass ihr nun eine OP erspart
bleib
Alles
in allem bin ich sehr froh, dass Dakini nun wieder läuft, rennt
und spielt und alles gut überstanden hat...
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Copyright (c) 2006 by Stephanie Wolf.
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