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 Hunde A-Z


Das "Kreuz"  mit  dem  Kreuzband
  -  von Stephanie Wolf

Eigentlich hätte ich den ersten Bericht von Danu bei den Flotten Pfoten gerne über ein erfreulicheres Thema geschrieben, aber im Leben kommt es meistens anders, als man denkt ! Aber lest selbst...
 

Danu ist die Sorte Junghund, der ein ganz großes Stück an Temperament mit in die Wiege gelegt wurde. Dies zeigt sie uns oft genug, indem sie regelmäßig, wie von einer Tarantel gestochen, durch den Garten saust und dabei eine geradezu so windschnittige Körperhaltung einnimmt, das man befürchten muss, sie hebt bald ab. Man könnte sich bei diesem Anblick fast kugeln vor Lachen und wenn die Digitalkamera diesem Tempo stand halten würde, dann gäbe es sicher auch Bilder davon...
Es ist jetzt schon einige Wochen her, als sie nach einem „Ausbruch“ solcher Art aus dem Garten kam und ich schon an ihrer Gangart bemerkt habe, dass sie sich am hinteren rechten Bein „etwas getan“ haben musste. Ich kann nicht sagen, was mir aufgefallen ist – nur, dass sie anders lief und

so war ich nicht erstaunt, als sie nach einer Ruhephase dieses Bein massiv schonte, d.h. sie setzte es nur auf den Zehenspitzen auf und belastete es nur, wenn es unbedingt nötig war.
Anfänglich tippten wir auf eine ganz gewöhnliche Zerrung, aber als nach ein paar Tagen immer noch keine Besserung eintrat, stellte ich sie beim Tierarzt vor. Er unter- suchte Danu's Knie, stellte aber nichts dramatisches fest und verordnete uns für 5 Tage Phen-Pred, um eine eventuell vorhandene Schwellung zu beseitigen.
 Aber es änderte sich nichts und somit standen wir nach 6 Tagen wieder im Behandlungszimmer – wieder wurde sie untersucht und diesmal tippte man auf das Kreuzband.
Ich bin fast vom Hocker gefallen, „nicht das Kreuzband“ dachte ich, denn auch schon Flotten Pfoten Hund Dakini hatte sich vor zwei Jahren das Kreuzband gerissen und die anschließende Reha-Zeit war mir noch gut in Erinnerung – so was auch bei einem Junghund wie Danu, nein, dass durfte nicht sein.
 

Nach dieser Untersuchung verschlechterte sich Danu's Humpelbein massiv. Bisher zeigte Danu nur Symptome nach dem Ruhen, d.h. sie zog das Bein an, stellte es nach einiger Zeit aber ab und „lief sich ein“ – nun aber humpelte sie fast ständig. Wir wurden in die Klinik verwiesen, da mein Haustierarzt solch eine OP nicht durchführt.

Mit einem dicken Klos im Hals machten wir uns also ein paar Tage später auf den Weg in die Klinik. Ihr Zustand hatte sich in dieser Zeit schon wieder verbessert und ein kleiner Hoffnungsschimmer flammte auf – vielleicht war es doch nur eine sehr schlimme Zerrung?!
Wieder wurde sie untersucht und da allein aufgrund der Allgemeinuntersuchung kein eindeutiger Befund zu stellen war, wurde sie kurz schlafen gelegt und Röntgen- aufnahmen von beiden Seiten der Kniegelenke sowie der Hüfte gemacht. Die Gute Nachricht war, ihre Hüften sind (soweit man das in diesem Alter schon beurteilen kann) völlig in Ordnung und auch an den Kniegelenken waren keine nennenswerten Veränderungen zu erkennen. Lediglich im Bereich des Kreuzbandes war eine Verschat- tung zu sehen, die auf eine Entzündung deutete, woher sie kommen könnte war unklar – einen kompletten Riss des Kreuzbandes schloss der Tierarzt aus, da weder das "Schubladenphänomen" auslösbar war und auch der Tibiakompressionstest negativ ausfiel.
 

Nun, bis auf die Tatsache, dass unser Hund definitiv keinen kompletten Riss des Kreuzbandes hatte und auch die Hüfte sonst in Ordnung war, verließen wir die Klinik wieder ohne eindeutigen Befund. Wir sollten sie schonen, nur an kurzer Leine kleine Spaziergänge, nicht spielen, nicht toben – alles verboten gerade das, was ein Junghund am liebsten macht. Wir bekamen für 20 Tage Rimadyl, wieder damit die Entzündung zurück gehen sollte. Sollte es sich um einen Anriss handeln, bezweifelte er aber, dass dauerhaft


Danu mit Schwimmweste
bei ihrer Physiotherapeutin

eine Besserung eintreten würde, denn jedes Mal würden ein paar mehr Fasern reißen, bis es schließlich ganz durch sei.

In den folgenden Tagen unter der Medikamenteneinnahme verbesserte sich auch Danu's Zustand, bis hin zur vollkommenen Lahmfreiheit. Da Rumsitzen und nichts tun alles andere als glücklich macht, konsultierte ich eine Hunde-Physiotherapeutin, bei der Danu nun einmal die Woche zum Schwimmen geht – was ihr allerdings nicht sehr gut gefällt. Muskelaufbau kann nie schlecht sein und mit Schwimmen hatten wir eine Möglichkeit gefunden, ohne Gelenkbelastung dies zu erreichen.
Die 20 Tage Medikamenteneinnahme neigten sich dem Ende, Danu lief toll, man konnte ihr nichts mehr ansehen. Wieder kam Hoffnung in uns auf, letztendlich würden wir aber erst von einer Besserung sprechen können, wenn die Schmerzmittel abgesetzt und Danu trotzdem noch lahmheitsfrei bliebe.
Eine Woche ohne Rimadyl verging und sie lahmte weiterhin nicht! Wir steigerten die "Belastung" wieder ein wenig, etwas länger (was zu diesem Zeitpunkt allerdings gerade mal 20 Minuten waren) spazieren gehen, kleines Spiel mit ruhigen Hunden. Wir hatten gedacht, wir hätten es überstanden, als sie nach ihrer Schlafpause nach dem Spaziergang wieder lahmte...
 


Danu beim Schwimmen

Wir vereinbarten wieder einen Termin in der Klinik, diesmal sollte sich aber der Chefortho- päde Danu's Bein ansehen. Dieser Termin war am Freitag den 23.09.05 – wir kommen in die Klinik und erfahren hier, dass der Chef im OP ist und keine Sprechstunde hat.
Danu wurde wieder vom gleichen Tierarzt untersucht, wie schon beim ersten Mal. Es könnte sich vielleicht um eine OCD handeln, die auf dem Röntgenbild nicht sichtbar wäre, schlisst aber weiterhin auch das Kreuzband als Ursache nicht aus.

Wieder vereinbaren wir einen neuen Termin, diesmal mit 100%iger Zusage, dass der Chef auch da ist und sollte dieser es für nötig halten, gleich noch einen Termin für ein CT, was bedeutete, dass wir Danu nüchtern lassen sollten, da hierfür eine Narkose notwendig sei.

Am Dienstag den 27.09.05 war es dann endlich soweit. Wir machten uns wieder mit Danu auf die Fahrt in die Tierklinik. Das ganze Wochenende hatte ich damit verbracht, alle möglichen Informationen über OCD und Kreuzbandrisse (oder Anrisse) zu bekommen. Beide Möglichkeiten waren gegeben und ich wollte vorbereitet sein auf das, was uns erwartet.

Als der Chef ins Zimmer kam und Danu mit den Worten „Na, das ist also unser Sorgenkind“ begrüßte, ahnte ich schon nichts Gutes. Ich wusste ja schon, dass sich die Tierärzte besprochen hatten.
Er untersuchte Danu noch mal intensiv und zeigte uns schließlich, wie sich ihr Unter- und Oberschenkel gegeneinander verschieben lassen, ein Riss sei es zwar noch immer nicht, aber das Knie sei deutlich instabiler als das andere – also ein Anriss des Kreuzbandes.
Letztendlich hat sich die anfängliche Diagnose nun doch bewahrheitet...
 

Danu zu operieren oder nicht, war keine leichte Entscheidung, man kennt das ja, frage zehn Leute und du bekommst zehn verschiedene Meinungen. Wir haben uns deshalb auf den Rat der Tierklinik verlassen, bei der wir uns doch gut aufgehoben fühlen.

Am 07.10.05 ist es soweit, dann hat Danu ihren OP Termin. Natürlich sind wir aufgeregt und mächtig besorgt, ob sie alles gut überstehen wird. Aber anderseits wird es auch Zeit,  dass


Danu unter der Rotlichtlampe

sie wieder ein Leben führen kann, wie es sich für einen Junghund gehört, wenn es bis dahin auch noch ein wenig hin ist und es nunmehr wichtig ist, die kommende Reha-Zeit gut zu überstehen. Das wird nicht einfach, aber wir werden es schaffen....

Wir werden Euch auf dem laufendem halten!

Bis dahin wünschen Euch Danu und ihre Familie alles Gute und v.a. viel Gesundheit...


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