|
Hinzu kommt das ständige Wachen und Aufpassen auf
alle Ereignisse und Bewegungen rund um sein zu Hause. Diese uralte Wachfunktion
erfüllt er mit Leidenschaft und er genießt es, dafür gelobt zu werden.
Ankommende werden unter heftigem Heulgebell zu dem Hausherrn geleitet und
diesem übergeben. Ab diesem Zeitpunkt hat sich seine Wachfunktion
erledigt und das Bellen verstummt sofort. Der Tibet ist kein Beller wie es zum Beispiel
häufig bei den echten Terriern vorkommt.
Der enge menschliche Kontakt ist dem Tibeter
besonders wichtig und ohne eine spezielle Kommunikationsform mit seinem Herrn
ist er unglücklich. Er liebt und „versteht“ Dialoge und eignet sich
deshalb auch gut als Einmannhund. Der Zeitsinn und die Ordnung des Tagesablaufes
sind für einige Tibet-Besitzer manchmal belastend. Aufsteh- und Gassizeiten
sind, abgesehen von den Futterzeiten, fast programmiert und lassen sich sehr
schwer ausreden. Geräuschunterscheidungen von Autotypen und
Ankunftszeiten der Familienmitglieder werden gespeichert. Ebenso wie die anderen Tibet-Freilandhunde liebt
er Schnee über alles. Allerdings fühlt er sich in trockenem und kaltem Schnee
am wohlsten. Bei nassem Schnee, den es in Tibet kaum gibt, bilden sich im
Langhaarfell und an den Pfoten Schnee- und Eisklumpen, die ihm sehr hinderlich
werden können. Weniger Interesse zeigt der Tibet für Wasser. Auch
das erklärt sich aus dem Leben im wechselnden und rauen Hochgebirgswetter. Ein
nasses oder durchfeuchtetes Fell kann im Himalaja für das Tier tödlich sein, da
Temperaturstürze und plötzlich einsetzende Schnee- und Sandstürme eine
gefährliche Unterkühlung bewirken würde. Trotzdem gibt es einige Exemplare, die meist erziehungsbedingt,
leidenschaftlich gern schwimmen gehen.
Wichtig ist für den Tibet-Terrier ein weiter
Auslauf, der auch jederzeit ohne Leine durchgeführt werden kann, da ihm
jeglicher Jagdinstinkt fremd ist und er nie hinter Wildtieren herhetzen würde. Ohne seine kraftvolle Bewegungsfreudigkeit ist der
Tibet-Terrier kein Tibet-Terrier...
|